Landeskirche empfiehlt Absage von Gottesdiensten

Stuttgart – Angesichts der dynamischen Entwicklungen und zunehmenden Veranstaltungsverboten in Kommunen und Landkreisen ändert die Landeskirche ihre ausgegebene Empfehlung, Gottesdienste wo möglich stattfinden zu lassen.

Dringende Empfehlung zur Absage von Gottesdiensten

In der aktuellen Ausnahmesituation empfiehlt die Landeskirche dringend, ab sofort und bis auf weiteres auf Gottesdienste zu verzichten. Eine landeskirchenweite Anordnung ist aus rechtlichen Gründen momentan noch nicht möglich.

Sollten einzelne Gemeinden dennoch die Feier von Gottesdiensten nach den Gegebenheiten vor Ort für verantwortbar halten, so kann dies am morgigen Sonntag Okuli nur mit den nachfolgenden Einschränkungen geschehen. Für die Woche darauf gilt die Empfehlung aber uneingeschränkt, insbesondere auch für Konfirmationsgottesdienste und Jubiläumskonfirmationen.

Verantwortbar erscheint ein Gottesdienst in der gegebenen Situation höchstens wenn: 

  •          kein ortspolizeiliches Verbot vor Ort vorliegt
  •          es die Größe des Gottesdienstraums ohne Weiteres erlaubt, dass sich Gottesdienstbesucher mit einem Abstand von mindestens 1,5 Meter voneinander platzieren,
  •          der Kirchenraum geschlossen wird, wenn 90 Gottesdienstbesucher eingelassen wurden,
  •          die Kirche (insbesondere Kirchenbänke, Stühle, Gesangbücher, Türklinken und ähnliches) vor dem Gottesdienst desinfiziert und der Kirchenraum gelüftet wurde,
  •          auf Gesangbücher soweit als möglich verzichtet wird
  •          die Kirchentüren zum Ein- und Ausgang offenstehen,
  •          kein Körperkontakt stattfindet (kein Handschlag, kein Friedensgruß und ähnliches).

Glocken sollten trotzdem läuten

Die Glocken sollen auch bei Absage des Gottesdienstes läuten. Wenn möglich, sollten hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger zur Zeit des Gottesdienstbeginns vor Ort und ansprechbar sein. Aktuelle Predigten sollen zur Verfügung gestellt werden.

Auf Radio- und Fernsehgottesdienste weisen wir ausdrücklich hin. Darüber hinaus gibt es digitale Angebote, auf die über diese Seite verlinkt wird.

Kommunikationsketten aufbauen

Wir bitten Sie, vor Ort telefonische oder digitale Kommunikationsketten aufzubauen, damit Menschen, die zu Hause bleiben wollen oder müssen, nicht von allen sozialen Kontakten abgeschnitten sind. Denken Sie dabei besonders an ältere Menschen und Menschen mit besonderen gesundheitlichen Risiken.

Bitte informieren Sie die Menschen in Ihren Gemeinden, wie sie seelsorgerliche Begleitung erhalten, zum Beispiel auch telefonisch oder per Mail.

Auch Kasualgottesdienste betroffen

Zu den abzusagenden Gottesdiensten gehören auch alle Kasualgottesdienste mit Ausnahme der Bestattungen, die dann aber möglichst unter freiem Himmel stattfinden sollten. Trauergespräche sollten insbesondere bei der Bestattung an Covid-19 verstorbener Gemeindeglieder telefonisch geführt werden.

Pressemitteilung der Ev. Landeskirche in Württemberg, 14.03.2020, 15.45 Uhr

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